A1 - Weiterbildung für Fachärzte zum Zusatztitel Psychoanalyse

Zulassungsverfahren

Die Zugangsvoraussetzung ist sowohl ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Medizin als auch eine Facharztanerkennung für folgende Gebiete: Facharzt "in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversogung".

NEU: Gemäß Neufassung der Weiterbildungsordnung der LÄK-Thüringen vom 14.07.2011.

Informationen können über

Frau Dr. Gerlinde Schulz,
Brauhausgasse 13,
99423 Weimar,
Tel. 03643/853021,
E-Mail: gerlindeschulz[at]hotmail.de,

und

Frau Dr. Margit Venner,
Kernbergstraße 42,
07749 Jena,
Tel. 03641/396269

erfragt werden.

Die Bewerbungen erfolgen dann an den Leiter des Ausbildungsausschusses, Herrn Dr. Frank Höhne. Nach Eingang der Bewerbungsgebühr wird dem Bewerber eine Liste der Lehranalytiker zur Auswahl der zwei obligatorischen Zulassungsinterviews zugeschickt. Seine Auswahl teilt er dem Institut auf dem ebenfalls zugeschickten Bogen mit. Nach Beratung im Ausbildungsausschuss erhält der Bewerber einen Weiterbildungsvertrag als Kandidat des Instituts.

Eine kassenfinanzierte Psychotherapie muss abgeschlossen sein und wird nicht als Weiterbildungseinheit angerechnet.

In der Weiterbildungsordnung der LÄK Thüringen sind die Inhalte der Weiterbildung festgelegt und in den Richtlinien veröffentlicht. Zu Ihrer Kenntnis werden sie hier nochmals aufgeführt (kursiv gedruckt) und jeweils dargelegt, welche Inhalte Sie an unserem Institut erwerben können:

Theorie

  • 240 Stunden in Seminarform einschließlich Fallseminare
  • Epidemiologie, Psychodiagnostik (Testpsychologie)
  • Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitslehre, Traumlehre, allgemeine und spezielle Krankheitslehre einschließlich psychiatrischer und psychosomatischer Krankheitsbilder, Untersuchungs- und Behandlungstechnik
  • Indikationsstellung und prognostische Gesichtspunkte verschiedener Behandlungsverfahren ein-schließlich präventive und rehabilitative Aspekte
  • Kulturtheorie und analytische Sozialpsychologie
  • 20 supervidierte und dokumentierte psychoanalytische Untersuchungen mit nachfolgenden Sitzungen zur Beratung oder zur Einleitung der Behandlung
  • kontinuierliche Teilnahme an einem kasuistischen Seminar zur Behandlungstechnik
  • 600 dokumentierte psychoanalytische Behandlungsstunden, darunter 2 Behandlungen von mind. 250 Stunden supervidiert nach jeder vierten Sitzung
  • regelmäßige Teilnahme an einem begleitenden Fallseminar

Am Institut werden die theoretischen Kenntnisse durch das Curriculum, welches von der LÄK und vom Ministerium für Gesundheit und Soziales anerkannt wurde, vermittelt. Dies schließt die Verpflichtung zum Selbststudium nicht aus.

Diagnostische Kenntnisse

  • im Verfahren der Psychoanalyse, dazu gehören
    • psychoanalytisches Erstinterview und tiefenpsychologische biographische Anamnese
    • analytische Psychotherapie (Analyse von Übertragung, Gegenübertragung und des Widerstandes unter Nutzung regressiver Prozesse)

Am Institut werden 20 Doppelstunden analytisches Erstinterview-Seminar (ein-schließlich tiefenpsychologisch-biografische Anamnese) angeboten. Dies sollte am Anfang der Ausbildung und vor Beginn der Behandlungsfälle absolviert werden.

Die Kenntnisse der Analyse von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand unter Nutzung regressiver Prozesse werden vollständig vermittelt, ebenso werden Diagnostik und Differentialdiagnostik zur Abgrenzung von Psychosen, Neurosen und körperlich begründbaren Psychosen vermittelt. Das gleiche gilt für die allgemeine und spezielle Psychopathologie.
Die psychiatrische Anamnese, Befunderhebung sowie Klassifikation psychiatrischer Erkrankungen bei 60 Patienten wird in Form psychiatrischer Fallvorstellungen, vermittelt über das Institut, ermöglicht, sofern sich diese Weiterbildungseinheit nicht durch die bereits absolvierte Facharztweiterbildung erübrigt.

Therapie

Verfahren der Psychoanalyse sind:

  • psychoanalytische Kurz- und Fokaltherapie u. psychoanalytische Langzeittherapie
  • psychoanalytische Gruppen-, Paar- und Familientherapie

Die Ausbildungsteilnehmer müssen folgende Behandlungen absolvieren:

  • psychoanalytische Behandlung, dazu gehören:
    • 20 kontinuierlich supervidierte und dokumentierte Untersuchungen mit nachfolgenden Sit-zungen zur Beratung oder zur Einleitung der Behandlung sowie der Teilnahme an einem Fallseminar zur Untersuchungstechnik
    • 600 kontinuierlich supervidierte und dokumentierte Behandlungsstunden, davon zwei psy-choanalytische Behandlungen von 250 Stunden einschließlich der Teilnahme an einem begleitenden Fallseminar. Eine Behandlung muss abgeschlossen sein.

Am Institut werden die erforderlichen Kenntnisse über Vorlesungen und technisch-kasuistische Seminare vollständig angeboten. Vertiefte praktische Kenntnisse und Erfahrungen mit Gruppen-, Paar- und Familientherapie sollten über entsprechende Weiterbildungsangebote selbstständig organisiert werden.

Die Patienten für die Diagnostik und Behandlung können über die Supervisoren vermittelt werden. Die Abrechnung erfolgt über die Institutsambulanz, Leiterin: Frau Dr. Margit Venner.
Die Supervision der Behandlungsfälle erfolgt durch die Lehranalytiker des Instituts.

Selbsterfahrung

Selbsterfahrung in einer Lehranalyse über 250 Stunden kontinuierlich weiterbildungsbegleitend mit drei Einzelsitzungen pro Woche

Die Selbsterfahrung in einer Lehranalyse kann bei entsprechenden Lehranalytikern des Institutes absolviert werden, kontinuierlich weiterbildungsbegleitend mit 3 Einzelsitzungen pro Woche.

Prüfungen

Vor Beginn der Patientenbehandlungen muss das Vorkolloquium abgelegt werden, d. i. ein Prüfungsgespräch im Institut mit Mitgliedern des Ausbildungsausschusses.
Die Abschluss-Prüfung wird durch die Landesärztekammer Thüringen abgenommen.

Für die DGPT-anerkannte Weiterbildung sind insgesamt 300 Stunden Selbsterfahrung und ein Abschlußkolloquium (Fallvorstellung) am Institut empfehlenswert.

Beginn des Theorie-Curriculums

Teilnehmer der Weiterbildung können jederzeit in die curriculäre Weiterbildung ein-steigen. Die Weiterbildungen finden in der Regel in den Räumen der Landesärzte-kammer Jena-Maua statt. Die fehlenden Anfangseinheiten behindern nicht das Verständnis der folgenden Einheiten. Die fehlenden Einheiten können am Schluss (mit Beginn des neuen Zyklus) nachgeholt werden.