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A3 - Anteil zur Weiterbildung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Zulassung
In der Weiterbildungsordnung der LÄK Thüringen sind die Inhalte der Weiterbildung festgelegt und in den Richtlinien veröffentlicht. Zu Ihrer Kenntnis werden sie hier nochmals aufgeführt (kursiv gedruckt) und jeweils dargelegt, welche Inhalte Sie an unserem Institut erwerben können. Die notwendigen Kenntnisse zur Verhaltenstherapie können am Institut nicht erworben werden!
Theorie:
240 Stunden in:- psychodynamischer Theorie: Konfliktlehre, Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie, Selbstpsychologie
- Entwicklungspsychologie, Psychotraumatologie, Bindungstheorie
- allgemeiner und spezieller Psychopathologie, psychiatrischer Nosologie
- allgemeiner und spezieller Neurosen-, Persönlichkeitslehre und Psychosomatik
- den theoretischen Grundlagen in der Sozial-, Lernpsychologie sowie allgemeiner und spezieller Verhaltenslehre zur Pathogenese und Verlauf
- psychodiagnostischen Testverfahren und der Verhaltensdiagnostik
- Dynamik der Paarbeziehungen, der Familie und der Gruppe einschließlich systemischer Theorien
- den theoretischen Grundlagen der psychoanalytisch begründeten und verhaltenstherapeutischen Psychotherapiemethoden
- Konzepten der Bewältigung von somatischen Erkrankungen sowie Technik der psychoedukativen Verfahren
- Prävention, Rehabilitation, Krisenintervention, Suizid- und Suchtprophylaxe, Organisationspsychologie und Familienberatung
Am Institut werden die theoretischen Kenntnisse durch das Curriculum, welches von der LÄK und vom Ministerium für Gesundheit und Soziales anerkannt wurde, angeboten. Dies schließt die Verpflichtung zum Selbststudium nicht aus.
Diagnostische Kenntnisse
- 100 dokumentierte und supervidierte Untersuchungen (psychosomatische Anamnese einschließlich standardisierter Erfassung von Befunden, analytisches Erstinterview, tiefenpsychologisch-biographische Anamnese, Verhaltensanalyse, strukturierte Interviews und Testdiagnostik)
Am Institut werden 20 Doppelstunden analytisches Erstinterview-Seminar (einschließlich tiefenpsychologisch-biografische Anamnese) angeboten. Dies sollte am Anfang der Ausbildung und vor Beginn der Behandlungsfälle absolviert werden. Die Erstinterviews können bei den Supervisoren und Kontrollanalytikern des Institutes supervidiert werden.
Therapie
(Die Weiterbildungsinhalte werden kontinuierlich an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung oder im Weiterbildungsverbund erworben.)
- 1500 Stunden Behandlungen und Supervision nach jeder vierten Stunde (Einzel- und Gruppentherapie einschließlich traumaorientierter Psychotherapie, Paartherapie einschließlich Sexualtherapie sowie Familientherapie) bei mindestens 40 Patienten aus dem gesamten Krankheitsspektrum des Gebietes mit besonderer Gewichtung der psychosomatischen Symptomatik unter Einschluss der Anleitung zur Bewältigung somatischer und psychosomatischer Erkrankungen und Techniken der Psychoedukation
Von den 1500 Behandlungsstunden sind wahlweise in einer der beiden Grundorientierungen abzuleisten:
in den psychodynamischen/tiefenpsychologischen Behandlungsverfahren
- 6 Einzeltherapien über 50 bis 120 Stunden pro Behandlungsfall
- 6 Einzeltherapien über 25 bis 50 Stunden pro Behandlungsfall
- 4 Kurzzeittherapien über 5 bis 25 Stunden pro Behandlungsfall
- 2 Paartherapien über mindestens 10 Stunden
- 2 Familientherapien über 5 bis 25 Stunden
- 100 Sitzungen Gruppenpsychotherapien mit 6 bis 9 Patienten
in verhaltenstherapeutischen Verfahren 10 Langzeitverhaltenstherapien mit 50 Stunden
- 10 Kurzzeitverhaltenstherapien mit insgesamt 200 Stunden
- 4 Paar- oder Familientherapien
- 6 Gruppentherapien (differente Gruppen wie indikative Gruppe oder Problemlösungsgruppe), davon ein Drittel auch als Co-Therapie
Am Institut wird Folgendes angeboten:
- Patienten für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien können über die Supervisoren vermittelt und über die Institutsambulanz, Frau Dr. Margit Venner abgerechnet werden.
- Die Supervision der Behandlungsfälle erfolgt durch die Lehranalytiker und anerkannten Supervisoren des Instituts.
- Kenntnisse zur Verhaltenstherapie werden nicht angeboten
Selbsterfahrung
- Balint-Gruppenarbeit, dazu gehören 35 Doppelstunden in einer kontinuierlichen Balint-Gruppe. In der Verhaltenstherapie ist der Balint-Gruppenarbeit die interaktionsbezogene Fallarbeit von 50 Doppelstunden gleichzusetzen.
- Einzelselbsterfahrung und Gruppenselbsterfahrung, ständig begleitend während der gesamten Weiterbildungszeit
- Die Einzelselbsterfahrung und die Gruppenselbsterfahrung ist je nach gewähltem Behandlungsschwerpunkt entweder tiefenpsychologisch/psychoanalytisch oder verhaltenstherapeutisch (kognitiv-behavioral), hierzu gehören in der Tiefenpsychologie 150 Stunden Einzelselbsterfahrung und 70 Doppelstunden Gruppenselbsterfahrung, in der Verhaltenstherapie 70 Doppelstunden Selbsterfahrung einzeln und in der Gruppe
Balintarbeit und Einzelselbsterfahrung (jeweils tiefenpsychologisch fundiert) kann über die anerkannten Balintgruppenleiter und Selbsterfahrungsleiter des Instituts absolviert werden. Die Gruppenselbsterfahrung ist u. a. über den Ausbildungsleiter des Instituts, Herrn Dr. F. Höhne, zu organisieren.
Kenntnisse über Gerichtsgutachten werden nicht über das Institut vermittelt.
Prüfungen
Die Prüfung wird durch die Landesärztekammer Thüringen abgenommen.Beginn des Theorie-Curriculums
Teilnehmer der Weiterbildung können jederzeit in die curriculäre Weiterbildung einsteigen.
Die Weiterbildungen finden in der Regel in den Räumen der Landesärztekammer Jena-Maua statt. Die fehlenden Anfangseinheiten behindern nicht das Verständnis der folgenden Einheiten. Die fehlenden Einheiten können am Schluss (mit Beginn des neuen Zyklus) nachgeholt werden.
