Fortbildungsvortrag am IPPJ!

Referent: Herr Prof. Dr. Hartmut Radebold
Thema: "Transgenerationale Weitergabe von Psychotraumata/ zeitgeschichtlicher Erfahrungen - erkundet bei den Jahrgängen 1928/29 bis 1945/47"
Datum: Donnerstag, den 22. November 2018, 19.30 Uhr

 

Ort:
IPPJ/ Fischergasse 2 /07743 Jena.
Evtl. Änderungen werden auf der Homepage des Instituts bekannt gegeben.
 
Zertifizierung:

Die Veranstaltung ist zertifiziert von der Landesärztekammer Thüringen.

 
Kosten:

5 Euro für Mitglieder
15 Euro für Nichtmitglieder
10 Euro für Weiterbildungskandidaten anderer Institute

Frei für Studenten
Anmeldung:
Aufgrund der Platzkapazitäten ist eine Anmeldung bis spätestens 15.11.2018 erforderlich, bei Frau Thierbach unter sekretariat@psychoanalyse-jena.de
Inhalt:

Die Jahrgänge 1929/30 bis 1945/47 erlebten ihre Kindheit und Jugendzeit im 2. Weltkrieg und in der direkten Nachkriegszeit. Ihre aktuelle und lebenslange Entwicklung wurde mitgeprägt durch die nationalsozialistische Erziehung (Kindergarten, Schule, Jugendorganisationen) und teilweise durch ihre traumatisierenden Erfahrungen (Bombenangriffe, Ausbombungen, Flucht/ Vertreibung, Verlust des Vaters und anderer Bezugspersonen, Erleben von aktiver und passiver Gewalt).
Ihre erwachsenen Kinder, inzwischen zwischen 45 und 60 Jahre alt, spüren zunehmend für sie unverständliche Folgen. Was haben die „Kriegskinder“ als Eltern transgenerational weitergegeben?

Zum Referent:
Nach Ende des 2. Weltkrieges wuchs Radebold als Halbwaise bei seiner Mutter auf.
Radebold studierte von 1954 bis 1960 Humanmedizin an der Freien Universität Berlin. Von 1960 bis 1966 arbeitete er als Medizinalassistent und absolvierte die Weiterbildung zum Arzt für Psy-chiatrie/Neurologie an der Psychiatrischen Universitätsklinik der FU Berlin. 1964 wurde er pro-moviert. Ebenfalls 1964 begann er eine psychoanalytische Weiterbildung am Berliner Psychoanalytischen Institut.
Von 1967 bis 1969 arbeitete Radebold als Funktionsoberarzt auf der Abteilung Geriatrie des Städtischen Behring-Krankenhauses Berlin, wo er für Konzeptentwicklung, psychotherapeutisch-psychiatrische Behandlungen sowie den Konsiliardienst zuständig war. Von 1970 bis 1976 arbeitete er an der Abteilung Psychotherapie der Universität Ulm, unter anderem als Leiter der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz und ab 1973 als Leitender Oberarzt der Abteilung Psy-chotherapie und des Psychosozialen Zentrums der Universität Ulm. Gleichzeitig schloss er die psychoanalytische Weiterbildung ab.
Von 1976 bis 1997 war er C4-Professor für „Klinische Psychologie (unter besonderer Berück-sichtigung des höheren und hohen Lebensalters)“ an der Universität Kassel. Dort gründete er auch die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe für angewandte Soziale Gerontologie (ASG), deren langjähriger Sprecher er war. Ab 1978 war Radebold Lehr- und Kontrollanalytiker am Alexand-erMitscherlich-Institut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Seit Mitte der 1980er Jahre galt sein besonderes Interesse den therapeutisch lange vernachlässigten Folgen einer Kind-heit im Zweiten Weltkrieg. 1998 gründete er das Institut für Alternspsychotherapie und leitete es bis 2008.Herr Prof. Radebold lebt in Kassel, ist verheiratet mit der Bibliothekarin Hildegard Radebold (* 1941), mit der er zwei Kinder hat.

Veranstalter:
Institut für Psychotherapie und Angewandte Psychoanalyse e.V. Jena
Vorsitzender: Dr. med. Uwe Wutzler
Fischergasse 2/ 07743 Jena
Tel.:03641/609929
Fax: 03641/223596

www.psychoanalyse-jena.de
E-Mail: info@psychoanalyse-jena.de