Zoom Online Psychodynamik Seminar "Schock und Objektivität - zur Traumagenese der Bauhaus-Ästhetik"

Fortbildungsveranstaltung, LÄK zertifiziert mit Fortbildungspunkten und Teilnahmebescheinigung

Beitrag: 7 Euro / Student*innen: 5 Euro

Foto vom Student*innenausweis an sekretariat@ippj.de

Anmeldung über folgenden Link:

https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZcpcuCurTgtGNZMgyyk7TXkMrIh_IHl_5DD

Referent:
Dr. Lutz Götzmann, Psychoanalytiker

Inhalt:
Im Jahr 2019 wurde der hundertjährige Geburtstag der Bauhausbewegung gefeiert. Wir nahmen diesen Jahrestag als Anlass, mit Freunden das neue Bauhaus-Museum in Weimar zu besuchen. Hier wunderten wir uns über die ausgeprägte und quälende Langeweile, die wir bei diesem Besuch empfanden. Wir erlebten das Gebäude im Bauhausstil als trostlos, unlebendig, unschön. Unsere Stimmung änderte sich jedoch, als uns eine Filmaufnahme von Schlemmers Triadischem Ballett an die Kriegszitterer des 1. Weltkriegs erinnerte, und wir intuitiv den sachlichen Bauhausstil mit den Kriegstraumatisierungen der damaligen Bauhaus-Generation in Verbindung setzen. In diesem Moment begriffen wir das Museum als ein Mahnmal für die Opfer des ersten Weltkriegs und entdecken Parallelen zwischen der Trauma-Abwehr in Form eines mechanischen Lebensstils und der Bauhaus-Ästhetik, die sich durch eine betonte Sachlichkeit, Typisierung und Normierung auszeichnet. In dem Vortag untersuche ich den Prozess der Kreativität angesichts des Todestriebs, der dem Leben als Bruch inhärent ist, und verstehe die Bauhausästhetik als Antwort auf die Trias der traumatische Moderne: Auf die primäre Hilflosigkeit, den Tod Gottes und die Katastrophen des ersten Weltkriegs. Meine These lautet, dass diese Antwort bis heute Gültigkeit hat, und ich erkläre mir damit den großen, weltweiten Erfolg der Bauhaus-Ästhetik.